Kurzvergleich und praxistaugliche Checkliste für Ingenieure und Einkäufer, die entscheiden müssen, ob sie Geräte für OCP Open Rack V3 beschaffen oder vorhandene 19-Zoll-EIA-Racks mit Adapterschienen nachrüsten.
Normen und Hauptmaße: ORv3 (21 Zoll) vs. 19 Zoll nach EIA-310
ORv3 (Open Rack V3) ist eine Einbauraum-/Payload-Architektur mit 21 Zoll Breite, einer vertikalen Einheit OpenU (OU) von 48 mm und einem Teilraster von 24 mm. Klassische 19-Zoll-Geräte folgen der in der Normenreihe IEC 60297 definierten 482,6-mm-Bauweise (19 Zoll) mit 1 HE = 44,45 mm (Nennmaß). Diese Unterschiede im vertikalen Raster und in der Payload-Breite haben bei der Auswahl von Schienen und Adaptern die größten konstruktiven Auswirkungen: Sie bestimmen, welche Bezüge der Frontplatte und welche Lochreihen zu den Montagewinkeln der Schienen passen, und sie bringen in der ORv3-Umgebung andere rackseitige Aufnahmemerkmale für die Payload mit sich (Gewinde, Ausschnitte, M-Bezüge).
- Breite von Einbauraum / Payload
- ORv3-Einbauraum (21 Zoll) ≈ 533 mm in der Payload-Montageebene (Bezug des Einbauraums; ausgeführte Racks haben einen breiteren Außenrahmen).
- 19-Zoll-EIA-Frontplatte: 482,6 mm (Normenreihe IEC 60297).
- Vertikales Raster
- ORv3: OU = 48 mm; OU-Teilraster = 24 mm (Merkmale im Halb-OU-Abstand wiederholen sich alle 24 mm).
- EIA: HE = 44,45 mm (Nennmaß).
- Rackseitige Merkmale, die für Schienen relevant sind
- Zu den Bezugsmerkmalen für ORv3-Payloads gehören üblicherweise M4-/M6-Gewinde, rechteckige Ausschnitte und eine Wiederholung in jedem Halb-OU-Schritt (24 mm). ORv3-Racks definieren außerdem Sperrzonen für Busbar und rückseitigen Kühlverteiler (Manifold), die die Platzierung von Montagewinkeln in der hinteren Ebene einschränken.
- Messen statt annehmen: Die Nennbezeichnung des Racks (19 Zoll / 21 Zoll / ORv3) ist eine erste Einordnung, kein Nachweis der Passung. Prüfen Sie die tatsächliche Montagegeometrie, bevor ein Angebot erstellt wird.
Präsentationsrack für Serverschienen-Muster im Showroom des MetrixSlide-Werks
Maßübersicht (was vor Ort zu messen ist)
- Klären Sie die Breite des Einbauraums, in den montiert wird (befestigen Sie an einem ORv3-Payload-Einbauraum, an einem klassischen 19-Zoll-Holmpaar oder an einem Adapter/Subrack?).
- Bezug für das vertikale Raster festhalten: Arbeitet die Installation mit dem HE-Raster von 44,45 mm, mit dem OU-Raster von 48 mm oder mit einer gemischten Umgebung?
- Messen Sie den tatsächlichen Holmabstand (vorn–hinten); der Verstellbereich der Montagewinkel muss den Messwert einschließen. Verlassen Sie sich nicht allein auf die Nenntiefe des Racks.
- Halten Sie die Lochtypen der Rackholme fest und bei Gewindelöchern die Gewindespezifikation (Beispiele aus der Praxis: gestanzte Vierkantlöcher ca. 9,5 × 9,5 mm für Käfigmuttern; Rundlöcher Ø 7,1 mm; Gewindeholme meist 10-32 oder #12-24). Fotografieren Sie Holme und Lochmitten.
- Gehäuse- und Schienenmaße erfassen: eingefahrene Länge, ausgezogene Länge, Verstellbereich der Montagewinkel (Einstellbereich) und Abstand vom Bezug zum ersten Loch. Wichtige Konstruktionsregel: eingefahrene Länge ≠ Einbautiefe ≠ Gehäusetiefe – entnehmen Sie alle drei Werte den Zeichnungen oder messen Sie sie.
Normen und Referenzen, die bei der Angebotserstellung zu prüfen sind
- Legen Sie für 19-Zoll-Geräte die Normenreihe IEC 60297 (482,6 mm / 19-Zoll-Bauweise) und für 21-Zoll-Installationen die Payload-Referenzen von OCP ORv3 zugrunde. Behandeln Sie jeden Verweis auf EIA/EIA-310 als Kompatibilitätsreferenz und bestätigen Sie die tatsächliche Ausführung von Rack und Holmen stets mit Fotos und Messwerten.
Wichtige konstruktive Folgen
- Adapter müssen den Montagebezug der ORv3-Payload auf den Holmbezug des Racks übertragen, ohne den Servicebereich des Gehäuses zu verändern (HE-Position, Freiräume für Kabel, Blind-Mate-Verbindungen).
- Das Teilraster von 24 mm in ORv3 führt zu Bezugspositionen im Halb-OU-Abstand (M4/M6 und rechteckige Ausschnitte), die viele ORv3-Payloads nutzen; Adapterwinkel und Lochbilder der Schienen müssen den Halb-OU-Versatz berücksichtigen, wo er zutrifft.
- Sperrzonen für Busbar und rückseitigen Kühlverteiler verkleinern in ORv3 die nutzbare hintere Ebene für die Befestigung der Montagewinkel – messen Sie Busbar-Versatz und Sperrzonen aus und geben Sie sie in Anfragen mit an.
Lochbilder, Schienen und Adapterkits: Was passt und wie es montiert wird
Erfassen Sie vor der Angebotsanfrage die Ausschlusskriterien zur Kompatibilität in dieser Reihenfolge (Konstruktionsregel bei MetrixSlide): Gehäusedaten → Rackdaten → Ausschlusskriterien Schnittstelle → Ausschlusskriterien Last → Präferenzen. Anders gesagt: Weisen Sie zuerst die mechanische Kompatibilität nach; über Teleskopschiene oder feste Auflageschiene, kugelgelagert oder Gleitschiene, werkzeuglos oder verschraubt entscheiden Sie danach.
Zu erfassende Ausschlusskriterien
- Exakte Montagegeometrie an der Gehäusefront (Lochmitten, Spezifikationen der PEM-/T-Stifte, Positionen der J-Schlitze, Mitten der unverlierbaren Schrauben).
- Lochtyp der Rackholme und der tatsächlich gemessene Holmabstand (vorn–hinten), nicht die Nenntiefe des Racks.
- Hindernisse in der hinteren Ebene (Busbar, Kühlverteiler) und ihr Versatz zur Holmebene.
- Geforderte Last, Auszugslänge und Serviceszenario (wie weit und wie oft die Einheit für Servicearbeiten ausgezogen wird).
Drei gängige Adapterstrategien
- Umrüstwinkel 21 Zoll → 19 Zoll + Standard-19-Zoll-Schienen (Ansatz mit Adapterboden).
- Spezielle 21-Zoll-Teleskopschienen, die die T-Stifte des Gehäuses aufnehmen und/oder an 19-Zoll-Holmen verschraubt werden (die Schiene überträgt das OU-Raster auf die Holmmitten).
- Adapterboden oder Vollauflage-Tray, der das Gehäuse als starrer Boden im 19-Zoll-Holmpaar trägt.
Lochbilder und Hinweise für die Praxis
- Lochtypen: Vierkantloch (Käfigmutter), Rundloch und Gewindeloch; bei Gewindeholmen immer die Gewindespezifikation erfassen.
- T-Stifte / PEM-Stifte: Kopf-Ø, Schaft-Ø, Freimaß unter dem Kopf und die exakten Mittellinienpositionen erfassen. Die J-Schlitz-Geometrie muss aus dem Stift abgeleitet werden – sie ist nicht universell. Beispiel eines in Praxisprojekten verwendeten PEM-Stifts: Kopf 6,502 mm, Schaft 4 mm, Freimaß unter dem Kopf ≈ 1,585 mm. Geben Sie diese Werte in Anfragen an, wenn Stab-in-Montage oder Drop-in-Montage vorgesehen ist.
- Verstellbereich der Montagewinkel vs. Schienenlänge: Geben Sie stets den Verstellbereich der Montagewinkel (Einstellbereich) sowie die eingefahrene und die ausgezogene Länge aus der Schienenzeichnung an – nicht nur die eingefahrene Länge. Beispiele für Verstellbereiche aus Projekten: 650–965 mm (eine häufige kundenspezifische Anpassung), ein anderes vermessenes Paar lag bei 674–919 mm; prüfen Sie, ob der Verstellbereich Ihren gemessenen Holmabstand einschließt.
Begriffe, die Ingenieure verwenden sollten (um Missverständnisse zu vermeiden)
- Eingefahrene Länge: Länge der Schienenbaugruppe mit ineinandergeschobenen Schienenteilen (Versand-/Lagerzustand) – nicht die Spannweite der Montagewinkel.
- Ausgezogene Länge: Länge der Baugruppe bei Vollauszug (maßgeblich für den Servicefreiraum).
- Verstellbereich der Montagewinkel (Einstellbereich): der Bereich, den die festen/äußeren Montagewinkel zwischen den Holmen überbrücken können (diesen Wert vergleichen Sie mit Ihrem gemessenen Holmabstand).
- Einbautiefe / Holmabstand (vorn–hinten): der tatsächliche Abstand zwischen vorderer und hinterer Montageebene des Racks, den der Montagewinkel überbrücken muss.
- Statische Tragfähigkeit bei Vollauszug pro Paar: die vom Anbieter angegebene Tragfähigkeit eines Schienenpaars unter statischen Bedingungen bei festgelegter Auszugslänge (für die MS-BBR-180 von MetrixSlide wird zum Vergleich eine Nenntragfähigkeit von bis zu 180 kg pro Paar angegeben; ein formeller Prüfbericht für diese Last liegt noch nicht vor).
Montage Schritt für Schritt (Checkliste für den Einsatz vor Ort)
- Lochtyp der Rackholme, tatsächlichen Holmabstand von Mitte zu Mitte und etwaige Hindernisse in der hinteren Ebene prüfen und fotografieren; Fotos beschriften.
- Prüfen, dass der Verstellbereich des gewählten Montagewinkels bzw. der Schiene den gemessenen Holmabstand einschließt und nicht in die Busbar-Sperrzonen hineinragt.
- Käfigmuttern bzw. Verbindungselemente mit Gewinde wo nötig vormontieren; für die gewählte Schraubengröße das vom Hersteller der Verbindungselemente vorgegebene Anzugsdrehmoment verwenden. (MetrixSlide nennt auf Wunsch zusammen mit den CAD-Daten empfohlene Verbindungselemente und Anzugsdrehmomente.)
- Adapterwinkel am Rack montieren; Außenschiene einbauen und Auszugslänge, Rückhaltung und Arretierung in ausgezogener Position prüfen, bevor das Gehäuse eingesetzt wird.
- Schwere Gehäuse beim Einsetzen und Herausnehmen provisorisch abstützen oder zu zweit heben – nicht auf einen einzelnen Techniker verlassen.
Checkliste Werkzeug und Verbrauchsmaterial
- Drehmomentschlüssel und kalibrierte Steckschlüsseleinsätze (Vorgabe für die Verbindungselemente beachten).
- Käfigmuttern und Schrauben passend zum erfassten Lochtyp.
- Provisorische Stützen oder ein zweiter Techniker bei schweren Lasten.
- Digitaler Messschieber oder Maßband und ein Fotoprotokoll mit beschrifteten Messwerten.
- CAD/STEP des Montagebereichs am Gehäuse und Fotos der Rackholme für den Hersteller.
Werkzeuglose und teilweise werkzeuglose Varianten
- Werkzeuglose Schienenbaureihen beschleunigen die Installation, müssen aber in Ihrem Rack hinsichtlich Last, Ausrichtung am vorderen Bezug und Befestigungsart geprüft werden. MetrixSlide führt werkzeuglose Baureihen (TLS) und werkzeuglose Gleitschienen-Baureihen (FMR) – ziehen Sie diese erst in Betracht, wenn die mechanischen Ausschlusskriterien erfüllt sind.
Sicherheit und bewährte Vorgehensweisen
- Validieren Sie die statische Tragfähigkeit einer Schiene stets für den geplanten Auszug und die geplante Servicedauer; fragen Sie nach der statischen Tragfähigkeit pro Paar bei diesem Auszug.
- Fordern Sie in ORv3-Umgebungen das Potentialausgleichs- und Erdungskonzept des Rackherstellers für die Busbar an und stellen Sie sicher, dass Ihr Adapter bzw. Ihre Schiene den Potentialausgleich nicht unterbricht.
- Beachten Sie vor Ort die lokalen Vorschriften zur elektrischen Sicherheit und zum Arbeitsschutz (NEC/UL/OSHA, soweit anwendbar), wenn Busbars oder PDUs betroffen sind.
Kompatibilitätsmatrix: Server, Trays, Teleskopschienen und Blind-Mate-Freiraum
Kompatibles Teleskopschienenkit für ein Dell-PowerEdge-R720-Gehäuse
MS-FMR-1U2U-115 – werkzeuglose Gleitschiene (ohne Kugellager) für Server – Produkt ansehen
Eine Kompatibilitätsmatrix ordnet Gehäusebreite, Gehäusetiefe und Befestigungsart dem Adapteransatz und dem Blind-Mate-Freiraum zu. Wenden Sie die folgenden Filter aus der Erfassungscheckliste an, bevor Sie über Produktpräferenzen nachdenken.
Systematik (wie die Ingenieure von MetrixSlide Lösungen einordnen)
- Bewegungsprinzip: Teleskopschiene vs. feste Auflageschiene.
- Auszugsmechanik: kugelgelagert (dreiteilig/zweiteilig) vs. Gleitführung.
- Montagemerkmal: werkzeuglos vs. verschraubt; Stab-in-Montage vs. Drop-in-Montage (J-Schlitz / Schlüsselloch).
- Anzahl der Schienenteile: zweiteilig vs. dreiteilig (beeinflusst Auszugslänge und Lastverhalten).
Beispielhafte Kompatibilitätsfilter (Übersicht)
| Bauform von Gehäuse / Tray | In der Praxis anzutreffende Befestigungsarten | Adapteransatz, der in der Regel funktioniert | Hinweise zu Schienen und Blind-Mate-Freiraum |
|---|---|---|---|
| ORv3-Payload 21 Zoll (OU-Raster, 48 mm) | PEM-/T-Stifte, J-Schlitze, M4-/M6-Bezüge | Adapterwinkel 21→19 oder spezielle Schienen, die das OU-Raster auf die Mitten der 19-Zoll-Holme übertragen | Busbar-Sperrzone prüfen und hintere Ebene frei halten; tatsächlichen Busbar-Versatz zur Holmebene messen |
| 19-Zoll-Server (Standardfront im HE-Raster) | Unverlierbare Schrauben, Käfigmuttern, Gewindeholme | Standard-19-Zoll-Schienen oder Adapterboden | Prüfen, dass die Innenbreite des Gehäuses zur gewählten Schienenbaureihe passt und Freiraum für Kabel und Service bleibt |
| ORv3-Einschübe / -Trays mit geringer Tiefe | Innenschienen für Drop-in-Montage oder Stab-in-Montage | Schienen für Drop-in-Montage oder angepasster J-Schlitz in der Innenschiene | Blind-Mate-Verteiler für Strom/Kühlung benötigen reservierten Freiraum hinter dem Gehäuse; Hüllmaß des Verteilers in die Adapterspezifikation aufnehmen |
| Schwerlast-Einschübe für GPU oder Storage | Abstützung über mehrere Schienen, mehrere parallele Schienen | Kugelgelagerte Schwerlast-Teleskopschienen; ggf. zwei Paare + Stabilisierung am Boden erforderlich | Statische Tragfähigkeit pro Paar und Systemschwerpunkt validieren; Tragfähigkeiten einzelner Schienen nicht einfach addieren |
Kompatibilitätsprüfungen in der Praxis
- Gleichen Sie den vorderen Bezug des Gehäuses mit den vorderen Befestigungslöchern der Schiene ab; schon 2 mm Versatz der Schraubenmitte können die effektive HE-Position verändern – erfassen und vergleichen Sie die Bezugsebenen (Passung der Montagemerkmale vs. HE-Raster).
- Messen Sie bei Blind-Mate-Steckverbindern für Strom oder Flüssigkeit vom vorderen Montagebezug bis zur Verteilerebene und prüfen Sie die nutzbare Auszugslänge und die Serviceposition des Adapters.
- Planen Sie PDUs und Busbar-Abgänge von Anfang an ein; gemischte Installationen mit Busbar + PDU erfordern häufig eine versetzte Schienenmontage, um Kabelkonflikte in der hinteren Ebene zu vermeiden.
Praxisbeispiele (anonymisiert, technische Werte unverändert)
- Ein nordamerikanischer Telekommunikations-OEM fragte eine 1-HE-Gleitschiene mit verkürztem Auszug für einen Anwendungsfall mit häufigem Servicezugriff und hohen Zuverlässigkeitsanforderungen an; in der CAD-Prüfung wurde der ursprünglich mit 300 mm ausgelegte Auszug für das freigegebene Muster auf rund 150 ± 3 mm verkürzt. Die physische Validierung folgte auf die Musterserien.
- Ein indischer HPC-ODM setzte eine kugelgelagerte Teleskopschienen-Baureihe mit großem Verstellbereich der Montagewinkel ein; für eine von MetrixSlide in CAD ausgearbeitete Baureihe war ein Verstellbereich von 650–965 mm dokumentiert, und der Holmabstand des Kunden wurde mit ca. 812 mm gemessen – er lag in der CAD-Prüfung damit innerhalb der Spannweite der Montagewinkel.
- Ein SaaS-Unternehmen, das seine Server selbst baut, benötigte eine aus seinen PEM-Stiften abgeleitete J-Schlitz-Geometrie der Innenschiene; die im Projekt bereitgestellte PEM-Spezifikation lautete Kopf 6,502 mm, Schaft 4 mm, Freimaß unter dem Kopf ≈ 1,585 mm, und die Umstellung der Innenschiene beschränkte sich auf das J-Schlitz-Detail.
- Ein koreanischer Hersteller von Überwachungstechnik benötigte eine ultraschlanke 4-HE-Schienenbaureihe ohne überstehende Stifte; im Entwicklungsablauf wurden vor CAD und Mustern ein M4-Lochbild abgestimmt und die erreichbare Schienendicke festgelegt.
Strukturelle, kühltechnische und elektrische Gesichtspunkte
Beim Wechsel zwischen ORv3- und 19-Zoll-Racks ändern sich drei technische Bereiche: Struktur (Last und Durchbiegung), Kühlung (Luftführung und Freiraum für Verteiler) und Elektrik (Busbar vs. PDU, Potentialausgleich).
Struktur
- Zu erfassen: Gesamtmasse je bestücktem Gehäuse, Schwerpunkt je Einbauplatz, vorgesehener Serviceauszug und ob sich mehrere Schienen die Last teilen.
- Verwenden Sie die vom Schienenanbieter angegebenen Tragfähigkeiten pro Paar und überprüfen Sie diese für die geplante Auszugslänge und Belastungsdauer. Für die MS-BBR-180 von MetrixSlide wird beispielsweise eine Nenntragfähigkeit von bis zu 180 kg pro Paar angegeben; ein formeller Prüfbericht für diese Last liegt noch nicht vor. Behandeln Sie Projektanforderungen (z. B. 250 kg/Schiene) als zu validierende Kundenvorgaben und nicht als automatisch gegebene Eignung.
- Fordern Sie bei langen Auszügen oder hohen Lasten durchbiegungsarme Ausführungen (Anti-Sag) und Nachweise statischer Langzeitprüfungen an (in der werksinternen statischen Belastungsprüfung von MetrixSlide wird ein Schienenpaar 24 Stunden lang bei Vollauszug unter Last gehalten, und die MS‑FMR‑2U‑100 hielt in dieser Prüfung 100 kg).
Kühlung
- OU = 48 mm verändert die vertikale Ausrichtung von Lüftungsperforationen und Kabeldurchführungen; das Teilraster von 24 mm ermöglicht eine dichtere Bestückung, lässt aber je Gerät weniger Raum für die Leitungsführung.
- Dokumentieren Sie den Versatz von Verteiler und Busbar; diese Sperrzonen sind ein häufiger Grund für die Neukonstruktion von Adaptern, wenn ein ORv3-Rack 19-Zoll-Geräte aufnimmt.
Elektrik und Sicherheit
- Gemischte Installationen mit Busbar + PDU brauchen dokumentierte Lagepläne; prüfen Sie, ob Adapter bzw. Schiene den Kabelaustritt verlegen und ob der Potentialausgleich durchgängig erhalten bleibt.
- Fordern Sie bei vorhandenen Busbars das Potentialausgleichs- und Erdungskonzept des Rackherstellers an und lassen Sie sich bestätigen, dass der Adapter einen Potentialausgleichspfad bietet, der den lokalen Vorschriften entspricht.
Checkliste für die technische Freigabe (Mindestumfang)
- Statische Tragfähigkeit pro Paar für den Auszug im Einbauzustand und die geplante Servicedauer bestätigen.
- Blind-Mate-Freiraum für Strom- und Kühlverteiler bei eingebautem Gehäuse und Schienen in Serviceposition prüfen.
- Durchgängigen Potentialausgleich und durchgängige Erdung über Adapter- und Schienenbaugruppen bestätigen; bei vorhandenen Busbars CAD-Daten mit eingezeichneten Potentialausgleichspunkten anfordern.
Kosten, Beschaffung und Fallstudien zu Nachrüstungen aus der Praxis
Der Einkauf muss Adapterkosten für die Nachrüstung + Arbeitsaufwand + Stillstandszeit gegen die Beschaffung nativer ORv3-Racks und neuer Schienen abwägen. Die richtige Entscheidung hängt von Menge, Zeitplan und Servicemodell ab. Entscheiden Sie anhand der Auswahlreihenfolge und der Ausschlusskriterien, bevor Präferenzen die Anfrage bestimmen.
Kosten- und Termintreiber
- Produktkosten für Adapterwinkel oder spezielle Schienen.
- Arbeitsaufwand und Stillstandszeit bei der Nachrüstung (Schienentausch, Neuverlegung von Kabeln, PDU-Änderungen).
- Muster- und Validierungsschleifen – die Lieferzeit für Muster von MetrixSlide lag in mehreren Projekten typischerweise bei 15–20 Tagen nach Konstruktionsfreigabe.
- Begrenzte kundenspezifische Anpassungen (Position der Montagewinkel, Lochbild, Schienenlänge, Materialstärke) lassen sich häufig ohne einmalige Werkzeugkosten (NRE) umsetzen; strukturelle Neukonstruktionen können ein gesondertes Angebot und Werkzeuge erfordern.
Anonymisierte Praxisbeispiele
- Ein nordamerikanischer Telekommunikations-OEM benötigte eine angepasste Gleitschienen-Baureihe mit begrenztem Auszug und werkzeugloser Schnittstelle; Ergebnis: eigene Gleitschienen-Baureihe, Musterserie und CAD-Validierung vor einer kleinen Serienfertigung.
- Ein indischer HPC-ODM bestellte eine kugelgelagerte Teleskopschiene für einen 2-HE-Einschub mit großem Verstellbereich der Montagewinkel (in der Entwicklung mit 650–965 mm dokumentiert) und gab vor der Serie eine Musterserie frei.
- Ein koreanischer Hersteller von Überwachungstechnik spezifizierte einen schlanken Universal-Montagewinkel und Testmuster, um die Vorgaben „keine Stifte“ und „geringe Breite“ einzuhalten.
- Ein SaaS-Unternehmen, das seine Server selbst baut, stellte eine Schnittstelle von Stab-in-Montage auf Drop-in-Montage um, indem lediglich der J-Schlitz der Innenschiene passend zu den PEM-Stiften neu konstruiert wurde (bereitgestellte PEM-Maße: 6,502 / 4 / 1,585 mm).
Checkliste für die Anfrage (RFQ) im Einkauf (was mitzusenden ist)
- Gehäusezeichnung oder -modell (STEP/PDF) mit den Montagedetails der Gehäusefront und, falls vorhanden, den Maßen der T-Stifte/PEM-Stifte.
- Gemessener Holmabstand des Racks (vorn–hinten) und beschriftete Fotos der Holme, auf denen der Lochtyp erkennbar ist.
- Foto der hinteren Ebene mit Busbars/Verteilern und deren Versatz.
- Geforderte statische Last je Gehäuse, geforderte Auszugslänge und geplante Mengen.
- Besondere Einbaubedingungen (Blind-Mate, verkürzter Auszug, werkzeuglose Montage gefordert).
Was Sie vom Hersteller anfordern sollten
- CAD-Montagedetail (2D-PDF und STEP).
- Statische Tragfähigkeit pro Paar beim vorgesehenen Auszug und die Validierungsmethode.
- Empfohlene Verbindungselemente und Anzugsdrehmomente (oder die Spezifikation der Verbindungselemente, die Sie verwenden müssen).
- Empfohlene Mustervarianten und voraussichtliche Lieferzeit der Muster.
Hinweise zu Lieferkette & Garantie
- Fragen Sie, ob für kleine Anpassungen an Montagewinkel, Lochbild, Länge oder Materialstärke Werkzeugkosten anfallen; viele Änderungen werden ohne einmalige Werkzeugkosten (NRE) umgesetzt, lassen Sie sich das aber in jedem Angebot bestätigen.
- Klären Sie, ob die Montage des Adapters die ursprüngliche Garantie auf Gehäuse oder PDU berührt; verlangen Sie eine schriftliche Bestätigung, wenn dies für die Beschaffung relevant ist.
Überblick über die Fertigung von Serverschienen
MS-BBR-180 Schwerlast-Serverschiene für flüssigkeitsgekühlte Server – Produkt ansehen
Konversion / Handlungsaufforderung
Bereiten Sie vor dem Versand einer Anfrage (RFQ) folgende Unterlagen vor: eine Bohr- und Montageskizze der Rackholme nach Ihren Messungen, eine Kompatibilitätstabelle mit einer Zeile je Art.-Nr. von Gehäuse/Tray und einen einfachen Kostenvergleich zwischen Adapterkosten für die Nachrüstung + Arbeitsaufwand + Stillstandszeit und der Beschaffung neuer Racks/Schienen. Für einen individuellen Adapter- oder Schienenvorschlag senden Sie uns: Gehäusezeichnung (STEP/PDF), gemessenen Holmabstand des Racks (vorn–hinten) und Fotos des Lochbilds, erwartete statische Last und Menge sowie ein Foto der hinteren Rackebene, auf dem etwaige Busbars oder Verteiler zu sehen sind.
Das erhalten Sie zurück: einen Vorschlag für passende Schienen, Montagezeichnungen für vorn und hinten als PDF und STEP sowie empfohlene Mustervarianten. Die typische Lieferzeit für Muster beträgt ca. 15–20 Tage nach Konstruktionsfreigabe; viele Anpassungen an Montagewinkel, Lochbild, Länge und Materialstärke erfolgen ohne Werkzeugkosten. Starten Sie hier: https://www.metrixslide.com/contact-us/ und https://www.metrixslide.com/page/create-a-quote/.
FAQ
F: Worin genau unterscheiden sich die Abmessungen von OCP-ORv3-Racks (21 Zoll) und Standard-19-Zoll-Racks nach EIA-310? A: ORv3 arbeitet mit einem 21-Zoll-Einbauraum (≈ 533 mm) und einem vertikalen Raster von 1 OpenU = 48 mm mit 24 mm Teilraster, während sich 19-Zoll-EIA-Geräte auf eine Frontplattenbreite von 482,6 mm und ein Raster von 1 HE = 44,45 mm beziehen. Diese Unterschiede verändern den Bezugspunkt der Frontbefestigung und die Lochausrichtung – legen Sie einer Angebotsanfrage für Adapter daher immer vermaßte Zeichnungen der Frontseite und den Holmabstand (vorn–hinten) bei.
F: Kann ich einen 21-Zoll-ORv3-Server mit Adapterschienen in einem 19-Zoll-Rack montieren, und welche Adapter-Art.-Nr. sollte ich in Betracht ziehen? A: Ja – gängige Lösungen sind 21→19-Adapter-Montagewinkel, spezielle Schienen, die das OU-Raster auf die Holmmitten des 19-Zoll-Racks umsetzen, oder Umrüstböden. Für eine erste Bewertung bietet MetrixSlide werkzeuglose und kugelgelagerte Baureihen (Beispiele: MS‑TLS‑120 für werkzeuglose Montage, MS‑FMR‑1U2U‑115 für flache Gleitschienen-Montage ohne Kugellager, MS‑GSR‑2U‑180 für hohe Lasten); senden Sie Ihre Gehäuse- und Rackmaße für eine geprüfte Empfehlung.
F: Wie berechne ich Rack- und Bodenbelastung für ORv3-Server bei der Nachrüstung in vorhandene 19-Zoll-Racks? A: Erfassen Sie Gesamtmasse und Anzahl der Gehäuse, summieren Sie auf Rackebene und addieren Sie Zusatzgeräte. Rechnen Sie in die Bodenbelastung um, indem Sie das Gesamtgewicht des Racks durch dessen Stellfläche teilen, und beachten Sie die örtlichen Bauvorschriften; ziehen Sie im Zweifel einen Tragwerksplaner hinzu. Validieren Sie außerdem die statischen Tragfähigkeiten der Schienen bei Vollauszug – das Schwerlastmodell von MetrixSlide hat eine Nenntragfähigkeit von bis zu 180 kg pro Paar, wobei ein formeller Prüfbericht für diese Last noch nicht vorliegt, und jede Installation muss bestätigt werden.
F: Wie läuft die Montage von 21→19-Zoll-Adapterschienen Schritt für Schritt ab, einschließlich Lochbildern, Schablonen und Drehmomentangaben? A: Der Ablauf: Rackholme und Lochtypen prüfen und fotografieren, den Verstellbereich der Montagewinkel mit dem Holmabstand abgleichen, Käfigmuttern oder Verbindungselemente mit Gewinde vormontieren, Adapter am Rack befestigen, Außenschienen einsetzen, dann Auszug und Arretierung in ausgezogener Position testen, bevor das Gehäuse mit provisorischer Abstützung eingeschoben wird. Verwenden Sie für alle Schrauben die Drehmomentangabe des Herstellers der Verbindungselemente – verlassen Sie sich nicht auf einen pauschalen Drehmomentwert ohne die Spezifikation der Verbindungselemente.
F: Wie wirkt sich der Mischbetrieb von ORv3-Servern und 19-Zoll-Infrastruktur auf Kühlung, Kabelführung und Stromversorgung (Busbar vs. PDU) aus? A: Rechnen Sie mit einer anderen vertikalen Lage der Luftöffnungen, da 1 OU = 48 mm gilt; im Halb-OU-Abstand lassen sich Geräte dichter packen, das kann aber geänderte Kabel- und Luftführungen erfordern. Sperrzonen für Busbar oder rückseitigen Kühlverteiler verkleinern in ORv3 die nutzbare hintere Ebene für Schienen und Kabel – erfassen Sie den Busbar-Versatz und halten Sie Freiraum vor. Prüfen Sie zur elektrischen Sicherheit die Durchgängigkeit des Potentialausgleichs und die PDU-Zuordnung, wenn Adapter die Kabelaustrittspunkte verschieben.
Mit einem Ingenieur von MetrixSlide sprechen
Sie sind nicht sicher, wie dies auf Ihre Server zutrifft? Senden Sie uns eine Gehäusezeichnung oder ein Gehäusemodell (STEP oder DWG), den Holmabstand (vorn–hinten) und die Lochart des Racks, die erwartete Last sowie Ihre geplanten Stückzahlen. Innerhalb von 24 Stunden erhalten Sie von einem Ingenieur einen Vorschlag für eine passende Serverschiene. Anschließend erhalten Sie 2D-/3D-Zeichnungen zur Prüfung und Musterpaare zur physischen Validierung vor der Gesamtbestellung (üblicherweise 15 bis 20 Tage nach Zeichnungsfreigabe).
Für Anpassungen der Montagewinkelposition, des Lochbilds, der Schienenlänge und der Materialstärke auf unseren bestehenden Plattformen fallen in der Regel keine Werkzeugkosten an. Konstruktive Neuentwicklungen werden separat angeboten; die Stanzwerkzeuge werden im eigenen Werk gefertigt.